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aus der „Kernstadt“~Pomologentage

06.11.17 (aus der Kernstadt)

Die Verführungen des Apfels 

 

 

20. Hessische Pomologentage und bunter Markt in Naumburg zogen Tausende von Besuchern an.

Erstaunlich, was man mit Äpfeln alles machen kann. In der Bibel hat schon Eva ihren Adam mit einem Apfel verführt, im Märchen
wurde Dornröschen mit einem Apfel vergiftet und für Kaiser und König war der Reichsapfel ein Herrschaftszeichen. Auf den 20. Hessischen
Pomologentagen und dem Apfelmarkt am Wochenende in Naumburg waren weder Hexen noch Kaiser zu sehen, aber als Verführungsobjekt
wurde der Apfel allemal eingesetzt: kulinarisch, musikalisch, literarisch und handwerklich- künstlerisch.

Honig in allen Variationen: Bei Michael Busse vom Kassel-Honig und seinem Team gab es Honig in jeglicher Form.

Claudia Thöne, die die Veranstaltung für die Stadt Naumburg organisiert, rechnete trotz der schlechten Obsterträge dieses Jahr wieder mit
zweitausend Gästen im Haus des Gastes und auf dem Gelände davor. Eine der Besucher war Friede Funk aus Kassel, die schon öfters auf dem Apfelmarkt war, weil sie nur hier über 200 Apfel- und Birnensorten zu sehen bekommt. Eberhard Kübler (Kassel) dagegen genießt lieber das Endprodukt des Apfels, den Apfelsaft, den er am Saftmobil aus Gudensberg probierte. 

Großes Gedränge herrschte auch am Stand von Michael Busse und seinem Team. Dort wurde neben Honig etwas Besonderes kredenzt: Honigbier. Auch kulinarisch hatte die Stunde des Apfels geschlagen: von Apfelgelee, Apfelkuchen, Apfelfrischkäse bis zur Apfelbratwurst und dem süffigen Apfelsekt reichte das Angebot.

„Jedoch geht es bei den Pomologen-Tagen nicht nur um den Apfel, sondern um Obst im weitesten Sinne“, sagt Jens Bade (Kaufungen) vom Pomologen-Verein. Der Name werde von der römischen Göttin der
Obstarten, Pomona, abgeleitet. Jens Bade muss es wissen, denn er betreibt in Kaufungen eine Obstmanufaktur und ist der Experte, der dem von den Besuchern mitgebrachten Obst einen Namen geben kann.

Apfel-Märchen
Der Märchenpavillon war dagegen für die Jüngsten reserviert. Dort konnten sie malen oder Jürgen Dreismanns (Elmshagen) „Apfel-Märchen
aus dem Bauchladen“ lauschen. Der Puppenspieler ist seit 35 Jahren mit eigenen Märchen und denen der Grimms unterwegs.


Märchen im Bauchladen: Jörg Dreismann von der Elmshagener
Theaterscheune erfreut die Kinder mit seinem selbst ausgedachten
„Märchen vom schrumpeligen Apfel“.

Höhepunkt der Hessischen Pomologentage war am Samstag die Verleihung des Oberdieck- Preises im Nebengebäude dem „Tschillich“. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Stefan Hable hielt Dr. Norbert
Clement die Laudatio auf Hans-Thomas Bosch (Überlingen), dem diesjährigen Preisträger. Er bezeichnete Hans-Thomas Bosch als einen bescheidenen Mann, der aber stets seine eigene Meinung vertritt. Und der Naumburger Unternehmer Jens Bestmann ließ es sich nicht nehmen,
ihm als Anerkennung eine Skulptur zu schenken.

Dr. Susanne Becker hielt einen unterhaltsamen Vortrag über die Frage „Wie kommt der Geschmack in den Apfel?“ Aber das Sieben-Gänge-Menü
von der Firma Rennert (Waldeck) mit „Äpfel in Schinken, Salat mit Apfel-Honig-Vinaigrette, Apfelkürbissuppe, Schweinemedaillons in Apfel-
Honig-Sahne und Panne Cotta  mit Bratäpfeln“ beantwortete den 65 Gästen die Frage von selbst.

Äpfel in der Kunstmalerei: Elfi Schall (Bad Emstal) bestaunt die werkgetreuen Apfelbilder von Dr. Susanne Schwannecke aus Seeland.

HINTERGRUND
Preis für Entdecker der Henzens Parmäne
Der Pomologen-Verein und die Stadt Naumburg verleihen jährlich im Rahmen der Hessischen Pomologentage einen Preis für herausragende
Leistungen auf dem Gebiet der Erhaltung pflanzengenetischer
Ressourcen im Obstbau – benannt nach Johann Oberdieck, einem der bedeutendsten deutschen Pomologen des 19. Jahrhunderts.
Der diesjährige Preisträger,
Hans-Thomas Bosch aus Überlingen, ist Mitglied des Pomologen-
Vereins und war lange Jahre im Vorstand tätig. Seit 2001 arbeitet er an Projekten, die sich der Bestimmung und dem Erhalt der Obstsortenvielfalt
widmen. Die Henzens Parmäne, eine sehr alte und seltene  Apfelsorte, süßlich mit festem Fruchtfleisch, wurde von dem Pomologen Bosch im
Landkreis Neu-Ulm neu entdeckt.

Quelle, ©HNA vom 30. Oktober 2017

 

 

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