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Historische Hinweistafeln

21.02.16 (Elbenberger Geschichte)

Historische Hinweistafeln rund um Elbenberg

 

Lageplan historische Hinweistafel

Lageplan historische Hinweistafel

1. Galgenberg

Der Sporn am Mühlenberg ist historische Richtstätte zur Vollstreckung peinlicher Strafen oder Leibesstrafen, die der hohen Gerichtsbarkeit zuzuordnen sind. Diese wurde durch die Herren von Elben ausgeübt, ging aber nach deren Aussterben im Jahr 1535 auf den hessischen Landgrafen über.

Symbol der niederen Gerichtsbarkeit, die weiterhin durch die Elbischen Ganerben, später durch die Familie von Buttlar ausgeübt wurde, war der Pranger oder das Halseisen im Dorf.

2. Hardt-Mühle

Die Hardt-Mühle wurde als jüngste der drei Elbener Mühlen im Jahr 1715 errichtet und von den Familien Scheuermann, Schäfer, Bastian, John und Becker als Papiermühle betrieben. Das Elbener Papier trug als Wasserzeichen das Wappen der Familie von Buttlar, die Lehensgeber der Mühle war.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete man hier eine Bierbrauerei und stellte dazu einen Braumeister aus München ein. Als der Betrieb nach wenigen Jahren wegen Absatzschwierigkeiten eingestellt werden musste, wurde bis in die jüngste Zeit hier eine Schneidemühle betrieben.

In den Jahren 1909 bis 1934 speiste ein wassergetriebenes Pumpwerk das Elberberger Hochbassin am Hardtkopf mit Trinkwasser. Der nahe gelegene ehemalige Schafstall wurde Mitte des 19. Jahrhunderts nach Abbruch der Zehntscheune in Elben aus deren Baumaterial errichtet.

 

3. Das ehemalige Ziegeleigelände

Am Elbener  Tonloch errichtete die Familie von Buttlar um 1864 eine Ziegelei. Hier fanden ca. 16 Männer aus Elben und Elberberg im Sommer einen Arbeitsplatz, im Winter arbeiteten sie in den Buttlarischen Wäldern. Die Ziegeleigebäude wurden im Jahr 1939 abgebrochen, nachdem der Betrieb unrentabel geworden war.

Im Winter 1944/45 waren im Tonloch ca. 120 (Halb-)Jüdinnen mit ihren Kindern aus Ostwestfalen zuerst in Zelten, später in Holzbaracken untergebracht, um bei dem Ausbau des Großstollens im Hardtkopf zu arbeiten.

Heute ist das Gelände wieder aufgeforstet, die Ortsgruppe des Deutschen Bundes für Vogelschutz hat das Gelände gepachtet und die beiden älteren Tonlöcher im Rahmen der Biotopgestaltung zu Himmelsteichen ausgebaut.

4. Schulhaus Elben

Die Schule in Elben wurde erstmals im Jahr 1561 urkundlich erwähnt, ihre Einrichtung ist wohl vor dem Hintergrund der Reformation zu verstehen.

Hier wurden die Kinder aus Elben und – bis 1845 – aus Elberberg unterrichtet.

Das ältere Schulhaus befand sich im Haus Nr. 71, Zur Klaus 15. Mit Einrichtung der zweiten Schulstelle in Elben wurde im Jahr 1899 ein neues Schulhaus anstelle des Wohnhauses des Bauernhofes Knieling, Haus Nr. 45, erbaut. Seit der Auflösung der Dorfschule im Jahr 1968 werden die Kinder in der Elbetalschule in Naumburg eingeschult.

Heute ist in den beiden alten Schulsälen eine Schreinerei als Ausbildungsbetrieb untergebracht.

 

5. Schulhaus Elberberg

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mussten die Elberberger Kinder in die Elbener Schule gehen. Infolge steigender Schülerzahlen wurde die Einrichtung einer weiteren Schulstelle nötig, so dass man im Jahr 1844 dieses Schulhaus erbaute. Zu Pfingsten 1845 begann Lehrer Bättenhaußen mit dem Unterricht.

Die Schule bestand von 1845 bis 1939 und von 1946 bis 1968. Nach dem Bau der Elbetalschule in Naumburg wurde die Dorfschule aufgelöst, das Schulhaus entwidmet und anschließend verkauft.

 

6. Das Elberberger Gemeindehirtenhaus

Das Haus Nr. 23 3/4, Schloßstraße 6, wurde im Jahr 1900 auf Kosten der Gemeinde Elberberg durch Maurermeister Eubel in Elben errichtet. Zuvor hatte das Elberberger Hirtenhaus im Loch gestanden und dem Kuhhirten als Wohnung gedient, während der Schweinehirt für beide Dörfer im Elbener Hirtenhaus am Dickenstein wohnte.

Die Viehhute wurde in Elberberg bis 1905 mit Kühen und Schweinen ausgeübt, bis 1913 mit Gänsen. Im Jahr 1928 lösten Gemeinde und Hutungsberechtigte durch Rezeß diese Nutzungsrechte ab, das Vieh wurde anschließend nur noch in der Feldgemarkung gehütet.

7. Felsenkeller

Im Zuge des Umbaues der Hardt-Mühle zu einer Bierbrauerei wurde im Jahr 1852 der Felsenkeller in den Hardtkopf gesprengt, um dort das Bier zu lagern.

Das vorgelagerte Portal und eine in der Nähe angelegte Kegelbahn waren Ort manch festlicher Veranstaltung der Familie von Buttlar.

Im Verlauf des 2. Weltkrieges wurde neben dem historischen Felsenkeller eine Großstollenanlage mit einer Sohlenlänge von fast 1 km und einer Sohlenfläche von 4160 qm in den Hardtkopf getrieben, um Teile der Produktion der Henschel Flugmotorenwerke hierher auszulagern. Dazu waren als Arbeitskräfte russische Zwangsarbeiter und (halb-)jüdische Frauen eingesetzt.

8. Das Elberberger Türmchen

Kammerherr Rudolph von Buttlar (1802-1875) baute im Jahr 1825 – wohl als Ausdruck einer romantischen Naturverbundenheit – auf einer Anhöhe oberhalb Elberbergs ein “Thurmhäuschen”, das im Inneren wohnlich ausgestaltet war. Es diente in späteren Jahren dem Wächter der nahe gelegenen Kirschplantage als Unterkunft. Zuletzt hatte Dr. Ing. Hugo von Buttlar hier einen Teil seiner Waffensammlung untergebracht.

Seit 1985 ist der Turm mit umliegendem Gelände von der Stadt Naumburg auf 35 Jahre gepachtet, um das Baudenkmal nach seiner Renovierung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

9. Kirche und Kirchhof

In die evangelische St. Martin-Kirche sind die beiden ehemals selbständigen Gemeinden Elben und Elberberg eingepfarrt. Im Jahr 1298 wurde erstmals ein Vizepleban in Elben genannt. Die Kirche war ursprünglich im Besitz des St. Alban-Stiftes bei Mainz, blieb aber seit der Reformation evangelisch. Das Patronatsrecht kam 1386 an die Herren von Elben, heute wird es durch die Familie von Buttlar ausgeübt.

Der romanische Turm ist der älteste Teil der Kirche, erkennbar an der Schallöffnung mit romanischem Säulchen an der Nordseite. Das Schiff wurde 1788/89 errichtet.

Der Kirchhof war von einer steinernen Wehrmauer umgeben und diente in unruhigen Zeiten als Zufluchtsort der Dorfbevölkerung. Von der alten Befestigungsanlage sind noch Teile der Umfassungsmauer mit zwei Schießscharten erhalten.

10. Pfarrhaus

Das Pfarrhaus in seiner jetzigen Gestalt wurde im Jahr 1890 durch Maurermeister Fischer aus Wellen, dem Sohn des Elbener Bürgermeisters Fischer, erbaut. Es ersetzte das nach dem 30-jährigen Krieg erbaute und damals baufällig gewordene Pfarr­haus. An den Baukosten waren die Gemeinden des Kirchspiels beteiligt, Elben zu 5/8, Elberberg 2/8 und Altendorf 1/8, was auch der heutigen Baulastverpflichtung entspricht.

Zum Pfarrhaus gehörte auch die Pfarrscheune oberhalb der Kirche, in der einst der Pfarrzehnte eingesammelt wurde. Im ausgehenenden 16. Jahrhundert hatte schon Pfarrer M. Cronaugius ein Haus auf eigene Kosten errichten lassen und es testamentarisch der Kirchengemeinde vermacht.

11. Schloss und Gutshof

Der Elberberger Schlossberg ist seit alters her Standort der Burg des Ortsadels und des dazugehörigen Wirtschaftshofes. Er war im Besitz der Herren von Elben bis zu deren Aussterben im Jahr 1535, kam anschließend an die Elbischen Ganerben und ging 1693 in den alleinigen Besitz der Familie von Buttlar über.

Die ältestens Gebäudeteile, das sog. Alte Schloss mit Turm, wurden im Jahr 1583 wohl unter Verwendung von Baumaterialien eines älteren Torgebäudes errichtet – daher der weitere Inschriftstein mit der Jahreszahl 1413 in gotischen Minuskeln.

Kammerherr Rudolph von Buttlar erbaute das heutige Schloss, zuerst 1834 den Südbau, das sog. Glashaus, später den Nordbau und 1860/61 den Verbindungstrakt mit Rittersaal. Die ältesten Gebäude des Gutshofs wurden im 18. Jahrhundert erbaut: 1739 die Renterei, 1752 das Verwalterhaus und 1768 der sog. Kuhstall.

Am Südhang des Schlossberges erkennt man noch die barocken Gar­tenanlagen, dort stehen auch prächtige, alte Bäume, wie eine Sequoia (Mammutbaum) und ein Gingo.

12. Stockeborn

Der Stockeborn im Unterdorf von Elben war ehemals Teil der dörflichen Wasserversorgung, wozu 22 Brunnen und 2 Kumpe zählten.

Erst im Jahr 1912 wurden Quellen im Ballenbachtal gefasst und eine Wasserleitung verlegt. Schon 1909 hatte die Gemeinde Elberberg eine eigene Wasserversorgung erhalten.

13. Die Elberberger Teiche

Der mit Sandsteinquadern gefasste obere der beiden Schlossteiche ist seit dem 16. Jahrhundert bezeugt. Er liegt in einer natür­lichen Senke zwischen Schlossberg und Hardtkopf, seine Anlage steht vermutlich im Zusammenhang mit der Gestaltung der barokken Gartenanlage am südlichen Schlossberg.

Der untere Teich wurde im Jahr 1925 angelegt, nachdem der beim Bau des Höllenschlösschens (heute Teil des ev. Jugendfreizeitheims) anfallende Erdaushub zu einem Damm aufgeschüttet worden war.

Die beiden Teiche werden aus einer Quelle “Im Loch” gespeist. Dort befindet sich im ehemaligen Schmiedegarten ein weiteres, kreisrundes Bassin. Der untere Teich wurde vor wenigen Jahren ausgebaut, er dient heute als Fischteich und hat Biotopcharakter.

14. Triftweg

Über den Triftweg wurden seit alters die Kühe und Schweine des Gutshofs und der Elberberger Einwohner zur Hute auf der Kohlhagenwiese getrieben. Der Weg führte nahezu schnurgerade durch den Buttlarischen Wald zur Hutefläche, rechts und links war er mit einer Hainbuchenhecke oder mit Hutebäumen – Buchen und Ei­chen – bestanden.

Die Viehweide oder Hute fand vom 15. Mai bis zum Mähen der Kohlhagenwiese halbtags, von da ab bis Ende Oktober ganztags statt.


Quellennachweis:
Festzeitschrift Kirchbau und Dorffest in Elbenberg vom 03. bis 10.07.1988

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