Neues aus Elbenberg

was gibt es Neues, wer hat Informationen?

Nahverkehr nach Naumburg ?

28.01.19 (Allgemein, Infos vom www.elbenberg-Team)

Mit der Tram bis Naumburg?

 

 

Noch ist unklar, welchen Bereich die Machbarkeitsstudie abdeckt.

Der Gedanke, dass die frühere Kleinbahnstrecke zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Naumburg eines Tages von der Regiotram befahren werden könnte, begeistert die Bürgermeister im südlichen Wolfhager Land. Genährt wird die Hoffnung auf eine neue Anbindung über die alte Schiene durch eine Mitteilung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, die eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Strecke ins Spiel bringt.

Auf dieser Basis fasste der Kreistag auf CDU-Antrag vor wenigen Wochen einen Beschluss zur Erarbeitung einer gemeinsamen kommunalen Position, an die die CDUKreistagsfraktion nun erinnerte. Recherchen auf den Spuren der Studie zeigen aber eher Verwirrung bei den Akteuren, als die Perspektive, dass in absehbarer Zeit eine Regiotram von Kassel über Baunatal, Schauenburg, Bad Emstal und Naumburg fahren könnte.

Auf HNA-Anfrage nach dem Stand der Machbarkeitsstudie für die frühere Strecke der Kassel-Naumburger Eisenbahn, die heute vom Hessencourrier befahren wird, gab es vom Sprecher des Ministeriums, Wolfgang Harms, zunächst den Hinweis, dazu könne er nichts sagen, das Ministerium gebe die Studien nicht in Auftrag, das sei Sache der Verkehrsverbünde. Weiter verwies er auf eine Pressemitteilung des von Tarek Al-Wazir (Grüne) geleiteten Ministeriums, in der der Minister erklärt, dass in Sachen Reaktivierung von Bahnlinien vier Machbarkeitsstudien laufen. Dazu zähle die Strecke „Kassel – Baunatal – Schauenburg – Naumburg (Einbeziehung in die Kasseler Regiotram)“.

Anlieger hoffen auf Anschluss

In Naumburg und Bad Emstal sehr erwünscht: Eine Machbarkeitsstudie prüft, ob die Regiotram künftig auf der alten Kleinbahnstrecke unterwegs sein könnte. ©Archivfoto: Göran Gehlen/NH

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Fährt die Regiotram bald bis nach Naumburg?
Vor Jahren noch unvorstellbar: die Reaktivierung der alten Bahnstrecke zwischen Kassel und Naumburg für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Eine Machbarkeitsstudie, die laut Armin Noll vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) Ende Januar vorgestellt wird, soll Potenziale und Möglichkeiten, die die gesamte Strecke betreffen, darstellen. Um die Chancen einer Reaktivierung der Strecke bis Naumburg zu befördern, sei es wichtig, „dass die Kommunen an der Strecke mit einer Stimme sprechen“, sagt Martin Roth von der Kreis-CDU.  Roth, der in Naumburg wohnt, hatte dazu für seine Fraktion während der jüngsten Kreistagssitzung einen Antrag eingebracht, der auch eine Mehrheit fand: Damit wurde der Kreisausschuss beauftragt, mit den Anrainerkommunen der Bahnstrecke eine gemeinsame Position zur Reaktivierung der Bahnstrecke zu erarbeiten. Für Roth gibt es keinen Zweifel, dass die Anliegerkommunen, vor allem im südlichen Altkreis Wolfhagen, durch eine Anbindung an die Regiotram enorm gewinnen würden.

Das sehen auch die Bürgermeister von Naumburg und Bad Emstal so. Die Kommunen liegen an der Strecke, auf der der öffentliche Personenverkehr im September 1977 eingestellt wurde. „Ich halte ein solches Projekt für sehr erstrebenswert“, sagt Naumburgs Verwaltungschef Stefan Hable. Aus seiner Sicht würde eine Anbindung an die Regiotram die Attraktivität der Anliegergemeinden steigern. Im Gegensatz zu Kassel mit seiner Wohnraumknappheit „gibt es auf dem Land viel Platz und günstige Wohnungen”. Eine Tramverbindung „könnte für viele die Entscheidung, ziehe ich in eine Anrainerkommune, positiv beeinflussen“. Neben der Unterstützung des ländlichen Raums hätte die Reaktivierung der Bahnlinie als Alternative zum Individualverkehr auch einen Nutzen fürs Klima.

„Es wäre eine tolle Sache“ ist auch Hables Bad Emstaler Kollege Stefan Frankfurth überzeugt. „Eine Anbindung an die Regiotram würde uns enorm aufwerten“, sagt der Bad Emstaler Verwaltungschef. Und: „Es wäre eine gute Sache für Leute, die hier leben, um gut und schnell ins Ballungszentrum zu kommen”.

HINTERGRUND
33 Kilometer lang


BAHNSTRECKE ZWISCHEN BAUNATAL UND NAUMBURG: ©HNA


Die Strecke der Kassel-Naumburger Eisenbahn (KNE) ist 33,4 Kilometer lang. 1904 wurde sie bis zum Bahnhof in Naumburg freigegeben. Der Personenverkehr wurde 1977 eingestellt, der Güterverkehr westlich von Baunatal-Altenbauna 1991. Auf dem Abschnitt zwischen Kassel und dem VW-Werk in Baunatal gibt es bis heute einen lukrativen Güterverkehr. In Baunatal wird ein Abschnitt von der Straßenbahn befahren. Eine Reaktivierung beträfe genau genommen den Streckenabschnitt zwischen Baunatal-Großenritte und Naumburg. Nutzer der Gesamtstrecke ist der Hessencourrier. Um den Erhalt der Strecke zwischen Großenritte und Naumburg kümmert sich seit 1992 der Verein Regionalmuseum Naumburger Kleinbahn.


Nutzt seit 1972 die Kleinbahnstrecke zwischen Kassel und Naumburg: der Hessencourrier mit seinen Dampflokomotiven. Archivfoto: ©Klaus-Peter Lorenz/NH

ZUM TAGE
Kleinbahnstrecke Zurück in die Zukunft

Für Naumburg und Sand, aber auch die benachbarten Dörfer, die nicht direkt, aber doch nahe an der Kleinbahnstrecke liegen, markiert der 31. März 1904 den Beginn einer neuen Epoche: den Anschluss ans Schienennetz und damit an die große weite Welt. Für die Entwicklung der Orte, das zeigt sich schnell, sind die enormen Summen, die auch die Kommunen aufzubringen haben, gut investiertes Geld.

Die Rahmenbedingungen sind heute sicher ganz andere. Der Güterverkehr spielt längst keine vergleichbare Rolle mehr, die meisten Leute sind dank eigener Autos mobil. Aber zunehmend wird die eigene Karosse für den Einzelnen und der Individualverkehr für die Allgemeinheit zum Problem. Auch auf dem Land.

Alternativen sind es daher allemal wert, intensiv geprüft zu werden. Und am Ende könnte es mit einer Anbindung an die Regiotram vielleicht so kommen wie anno 1904: Der Aufwand würde sich für die Anrainer vielfach auszahlen.

©Quelle, HNA Ausgabe vom 22.01.2019

Bahnhof Wilhelmshöhe West, mit Dampflok KN206 zu sehen am 02_04_ 1966 / Archivfoto:©Dr.HMenzel

Dieses Foto stammt von einem Freund von mir, der Hobbyfotograf in Sachen Nahverkehr ist, aus dem Jahr 1966, da war der Bahnhof noch auf einer Anhöhe neben dem heutigen Haupt-Bahnhof Wilhelmshöhe. Die Strecke wäre ein Neuanfang der Infrastruktur im ländlichen Raum. Viele Bewohner aus dem Kreis kamen einst aus Baunatal, Hof, Elgershausen, Breitenbach, Altenstädt & Naumburg und fuhren mit dem Zug nach Kassel. Sie fuhren aus den Orten zu den großen Produktionsstätten Kassels, z.B. Henschel, AEG/Siemens, KVG, Crede und den vielen Büros. Ja das mit der Motorisierung war noch nicht so ausgereift, wie das heute der Fall ist und durch den Wegfall des Nahverkehrs kann ich mir vorstellen das viele Bewohner, auch Junge,.  nach Kassel oder Randnah gezogen sind. Es wäre ein Versuch wert diesen Nahverkehr zu aktivieren und somit einen Zuwachs der Bevölkerung in unsere herrlichen Regionen anzusiedeln, denn bezahlbare Fläche wäre vorhanden. Die besten Beispiele haben wir mit der Regio-Tram-Anbindung Hofgeismar, Vellmar und der Straßenbahn nach Vellmar & Baunatal gesehen, also Mut für dieses Projekt. Auch hätten viele Randbewohner eine Möglichkeit zu einer der Einkaufszentren von Baunatal, DEZ und Kasseler Innenstadt, ja auch zum jährlich stattfindenden Weihnachtsmarkts Baunatals und Kassel. Nein, die geschäftliche Infrastruktur wird nicht vernichtet, denn der Nahe Grundversorgungseinkauf bleibt gewährleistet. Nur Mut zu diesem Projekt, denn in anderen oben erwähnten Regionen hats auch geklappt.
Einschätzung von eurem Redakteur Dieter, selbst einmal ein “Kasseläner”.

Nachschlagewerke via Internet:
©http://regiowiki.hna.de/Kleinbahn_Kassel-Naumburg
©https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Kassel–Naumburg
 ©http://www.tram-kassel.de/ meines Freundes Nahverkehrsadresse

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