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Helfer-vor-Ort Naumburg

03.02.19 (Allgemein, aus der Kernstadt, DRK)

 Vorstellung der Helfer    

 

 

 

So schnell wie Timo Jassmann und seine bestens ausgebildete Truppe kann in Naumburg und seinen Stadtteilen kein Notarzt beim Patienten sein, auch kein Krankenwagen.

Die Helfer vor Ort kümmern sich um Patienten, bis Notarzt und Rettungsdienst eintreffen. In Naumburg ist es eine Erfolgsgeschichte. Jassmann, Leiter der DRK-Bereitschaft Naumburg und treibende Kraft des Helfer-vor-Ort-Systems in der Stadt im südlichen Wolfhager Land, ist stolz darauf, dass in jedem Stadtteil in weniger als drei Minuten ein medizinisch bestens ausgebildeter Helfer im Notfall beim Patienten ist und sich kümmert, bis Notarzt und Rettungswagen eintreffen.


Setzen sich für das DRK und das Helfer-vor-Ort-System in Naumburg ein: Timo Jassmann und seine Frau Patricia. Im Bereitschaftsraum im Naumburger Rathaus präsentieren sie die Ausstattung. Dazu gehören (von links) die Sauerstofftasche, der Defibrillator und die Notfalltasche, die jeder Helfer besitzt. © Norbert Müller

Das Helfer-vor-Ort-System schreibt seit August 2011 – damals wurde es vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Naumburg eingeführt – eine echte Erfolgsgeschichte. Seither werden immer dann, wenn der Notarzt angefordert wird, auch gleich die schnellen Helfer vor Ort über einen Meldeempfänger mitalarmiert. Ausnahmen sind lediglich Notarzteinsätze in medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen und Altenheimen.

Schnelle Retter in der Not

Inzwischen gibt es die Helfer in allen Naumburger Stadtteilen. 19 sind es mit Timo Jassmann, der als Notfallsanitäter beim Rettungsdienst im Baunataler VW-Werk arbeitet. Sieben Helfer, sagt Jassmann, verfügen über eine Ausbildung als Sanitäter, dazu meist noch eine weitere medizinische Qualifikation als Krankenpfleger oder Arzthelferin, acht sind hauptberufliche Rettungssanitäter und vier haben die höchste Qualifikation, sind Notfallsanitäter.

Jassmann: „Seit mehr als sieben Jahren überbrücken wir ehrenamtlich und an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des öffentlichen Rettungsdienstes beim Notfallpatienten mit qualifizierten Erste-Hilfe-Maßnahmen“, und schenken damit den Menschen gerade auch in den weiter entfernten Naumburger Stadtteilen mehr Sicherheit.

Beispiel Heimarshausen im Südzipfel des Altkreises: Der vom Wolfhager Krankenhaus anrückende Notarzt braucht für die Anfahrt gut 20 Minuten, das Zehnfache dessen, was der Helfer vor Ort im kleinen Naumburger Stadtteil üblicherweise benötigt.

Und weil auch dort das System so vorbildlich läuft, betreuen die beiden Heimarshäuser Helfer inzwischen sogar Landkreis übergreifend den benachbarten Fritzlarer Stadtteil Züschen mit.

Erste Hilfe für Patienten und Angehörige

74 Einsätze hatten die Helfer im vergangenen Jahr im gesamten Naumburger Stadtgebiet, in 90 Prozent der Fälle waren es lebensbedrohliche internistische Erkrankungen, knapp zehn Prozent entfielen auf Unfälle mit Schwerverletzten.

„Wir arbeiten nicht nach Dienstplan“, sagt der 35-Jährige, „sondern nach Verfügbarkeit“. Wenn sie die Rettungsleitstelle in Kassel alarmiert, klingelt bei allen 19 Helfern der Funkmeldeempfänger, alle hören, was los ist. „Wer am nächsten dran ist, fährt hin.“

Und zwar mit dem eigenen, privaten Auto. Im Schnitt, sagt Jassmann, „sind dann zwei bis drei Helfer beim Patienten“. Genug, dass sich auch einer um die aufgeregten Angehörigen kümmern kann.

Ausgestattet ist jeder Helfer mit einer für alle identischen Notfalltasche. In jedem Stadtteil stehen noch eine Sauerstofftasche und ein Defibrillator, mit dem man auch ein EKG ableiten kann, zur Verfügung.

Auf Basis von ehrenamtlichem Engagement und Spenden

Finanziert wird alles vom DRK. „Und wir“, sagt Rotkreuzler Jassmann, „finanzieren uns ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden“. Die fließen, seit es das Helfer-vor-Ort-System in Naumburg gibt, üppiger. 

Denn mit dem System hat es auch einen enormen Zuwachs bei den Mitgliedern gegeben. 2012 hatte der Ortsverein 180 Mitglieder, heute sind es gut 400. Jassmann nimmt es als Bestätigung, dass das Angebot der Helfer vor Ort bei der Bevölkerung gut ankommt.

Zur Wahrheit gehört auch, dass die Entwicklung des DRK-Ortsverbandes Naumburg und des Helfer-Systems eng mit den Akteuren und der Führung verbunden ist. Jassmann war 2011 Initiator des Helfer-vor-Ort-Systems. Gemeinsam mit seiner Frau Patricia, Rettungssanitäterin und ebenfalls Helferin vor Ort, leitet er die DRK-Bereitschaft Naumburg.

Seit 2012 ist Timo Jassmann auch Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes. „Ich muss ein guter Vorturner sein und muss selbst Leidenschaft und Engagement an den Tag legen“, sagt er.

Der 35-Jährige nennt noch einen weiteren Punkt, warum das Helfer-vor-Ort-System in Naumburg funktioniert: „Ich kann die Leute ganz gut für die Sache begeistern.“ Tatsächlich gibt es Helfer vor Ort sonst im gesamten Landkreis Kassel nur noch in der Zierenberger Kernstadt.

Quelle, ©HNA vom 30.01.2019

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