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aus der “Kernstadt”

07.05.19 (Allgemein, aus der Kernstadt)

Kita soll am Mühlenweg entstehen

 

 

 

Stadtverordnete votieren für Neubau am früheren Standort des Forstamtes

Die Naumburger Stadtverordneten haben sich festgelegt: Der neue Kindergarten in der Kernstadt soll ganz in der Nähe des alten Standorts entstehen, am Mühlenweg, dort, wo früher das Forstamt residierte. Luftline sind das keine 250 Schritte vom jetzigen Kindergarten entfernt.

Der Platz ist offenbar bei den Parlamentariern unstrittig. Einstimmig verabschiedeten sie die Vorlage des Magistrats, in dem dieser genau diesen Standort favorisiert hatte. Bürgermeister Stefan Hable (CDU) hatte zuvor auch für die Zuschauerinnen kurz skizziert, wie es zur Entscheidung für den Standort Forstamt gekommen war, der sich letztlich gegen die verbliebenen Optionen Neubau am alten Standort sowie Neubau auf einem Grundstück in Nachbarschaft zur Elbetalschule durchgesetzt hat.

Um den bestmöglichen Standort herauszufiltern, hatte das Parlament eine Machbarkeitsstudie für die potenziellen Bauplätze in Auftrag gegen. Ein von der Stadt beauftragter Architekt hatte im Rahmen der Studie Vor- und Nachteile der Plätze betrachtet und nach gleichen Kriterien bewertet. Die Studie, die der Architekt im eigens gebildeten Kita-Ausschuss vorstellte, hatte einen eindeutigen Sieger: das Areal des Forstamtes.

Der Gutachter sollte auch untersuchen, ob die Errichtung eines zentralen Jugendraums in Verbindung mit dem Kita-Neubau sinnvoll wäre. Im Ergebnis riet er allerdings deutlich ab. Es sei mit gravierenden Interessenskonflikten bei den Jugendlichen wie auch den Kita-Kindern zu rechnen. Ruhebedürfnis auf der einen Seite und zu erwartende Lärmemissionen auf der anderen Seite seien die kritischen Pole.

Neben Standort und Trennung von Kita und Jugendraum hatten die Parlamentarier auch darüber abzustimmen, ob der Magistrat ermächtigt wird, die Grundstücksverhandlungen zu führen und das vorgeschlagene Areal zu erwerben, wobei eine rund 1500 Quadratmeter große Parzelle bereits der Stadt gehört. 3700 Quadratmeter gilt es noch von einem Eigentümer, dem Internationalen Bildungs- und Sozialwerk, das das Altenheim in Naumburg betreibt, zu kaufen.

Üblicherweise müsse bei Summen über 50 000 Euro das Parlament abstimmen, was allerdings zu einer weiteren Einberufung einer Stadtverordnetensitzung und Zeitverlusten auf dem Weg zur Realisierung des Projekts führen würde. Hable warb hier um einen „Vertrauensvorschuss“ für den Magistrat, zu dem das Parlament dann auch die Bereitschaft erklärte.

Für die CDU kündigte Fraktionsvorsitzender Martin Roth die Zustimmung zu allen drei Punkten an. Es sei gut gewesen, die Expertise zu den möglichen Standorten zu beauftragen. „Das Ergebnis war ja sehr eindeutig“ und lasse so kaum Zweifel am Areal rund ums Forstamt. Auch wenn die Naumburger den alten Standort über die vielen Jahre „lieb gewonnen“ hätten und „wegen der Nähe zur Altstadt gut fanden“, müsse man klar sagen, dass der im Gutachten favorisierte Standort „der richtige ist“.

Die SPD sah das nicht anders. „Nach unserer Meinung ist das der richtige Standort“, erklärte Fraktionschef Uwe Förster, der es begrüßte, dass ein spezieller Fachausschuss zur Begleitung des Projektes gebildet wurde. Er zeigte sich überzeugt, dass der Ausschuss noch „eine Menge Arbeit haben wird, und die kann an die Grenzen dessen gehen, was Ehrenamtliche leisten können“. Förster sagte, der Neubau Kindergarten sei „das wichtigste Zukunftsprojekt der Stadt in den nächsten Jahrzehnten“. Auch Förster sprach sich gegen eine Verknüpfung von Kita und Jugendraum aus. Für ein Jugendzentrum sollte es angesichts der Leerstände eine passende Alternative geben.

Nach dem klaren Votum für den Standort wird im nächsten Schritt ein Architektenbüro ausgewählt für die voraussichtlich fünfgruppige Kita, in der Kinder ab dem ersten Lebensjahr betreut werden sollen. Der Kostenrahmen liegt bei knapp drei Millionen Euro. Die Planung soll im September beschlossen werden, der Bau 2020 über die Bühne gehen.


Der Bauplatz: Auf der Freifläche in unmittelbarer Nachbarschaft zum heutigen Kindergarten soll der Kita-Neubau im kommenden Jahr entstehen. Einst stand an dieser Stelle das Forstamt.

Quelle: ©HNA v. 03.05.2019

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Der Bagger wartet: Am Wochenanfang wird das marode alte Forsthaus abgerissen. Der Eigentümer, das Internationale Bildungs- und Sozialwerk will hier ein Haus für generationenübergreifendes betreutes Wohnen bauen. Foto: Norbert Müller.

Diese Aufnahme endstand am 14.05.2011 in der ©HNA veröffentlich unter dem Titel:
Ende nach 191 Jahren ~ “Altes Forsthaus” in Naumburg wird wegen Baufälligkeit am Montag abgerissen.

 

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