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17.09.19 (Allgemein, Infos vom www.elbenberg-Team)

Fahrradklau:
Zahl der Taten gestiegen

 

 

 

                                                                 

E-Bikes im Visier: Immer mehr Diebstähle in Kassel
Dass immer mehr E-Bikes auf den Straßen in Kassel und im Landkreis unterwegs sind, schlägt sich auch in der Kriminalstatistik nieder. Immer mehr davon werden gestohlen.

Bei jedem fünften Zweirad, das in Kassel gestohlen wird, handelt es sich mittlerweile um ein E-Bike, sagt Polizeisprecherin Ulrike Schaake. Im Jahr 2017 wurden bei der Polizei 729 Diebstähle von Rädern in Stadt und Kreis angezeigt. In 48 Fällen (6,5 Prozent) handelte es sich um E-Bikes. 2018 verzeichnete die Kriminalstatistik 1140 Fahrraddiebstähle, davon 101 Fälle von E-Bikes. Dies entsprach bereits einem Anteil von 8,8 Prozent.

Und die Tendenz ist steigend, so Schaake: Von allen Rädern, die 2019 bislang als gestohlen gemeldet worden sind, handele es sich bei rund 20 Prozent um E-Bikes. Die Diebe haben es aber nicht nur auf komplette Räder abgesehen, sondern auch auf die Akkus der Räder. Fahrradhändler Rudi Edelmann berichtet, dass innerhalb kurzer Zeit fünf Kunden in seinen Laden an der Goethestraße gekommen sind, die Opfer von Akku-Dieben geworden sind. 

Edelmann geht davon aus, dass derzeit eine Bande in der Stadt unterwegs ist, die gezielt die Akkus aus den Rahmen der E-Bikes herausbricht. Die Kunden müssen sich einen neuen Akku einbauen lassen, der zwischen 600 und 800 Euro kostet.

Ein Viertle aller Fahrräder sind E-Bikes
Wie viele E-Bikes auf den Straßen in Stadt und Kreis Kassel unterwegs sind, darüber gibt es nur Schätzungen. Robert Wöhler, Vorstandskoordinator beim ADFC Kassel, geht davon aus, dass mittlerweile ein Viertel aller Radler mit E-Bikes fahren. Die Räder mit Elektroantrieb seien auch wegen der Topografie in der Region sehr gefragt.

Verschiedene Kasseler Fahrradhändler geben an, dass es sich mittlerweile bei 50 bis 70 Prozent ihrer verkauften Räder um E-Bikes handele. Damit läge der Wert sogar über dem Bundesschnitt.

Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes handelte es sich im Jahr 2018 bei mehr als jedem vierten verkauften Fahrrad in Deutschland um ein E-Bike. Insgesamt wurden im Vorjahr bundesweit 980.000 neue E-Bikes verkauft.

Diebe schraubten Schild ab, um E-Bike zu stehlen
Daniel Tölle war sich eigentlich immer sicher, dass er es bemerken würde, wenn jemand sein E-Bike stehlen möchte. Schließlich schläft er bei offenem Fenster, und sein E-Bike sichert er mit einem guten Schloss an einem Halteverbotsschild in der Reginastraße (Vorderer Westen).

Doch dann kam die Nacht zum Montag vergangener Woche. Er war zwischen 2.10 und 2.20 Uhr, als der 22-jährige Software-Entwickler von Geräuschen auf der Straße wach wurde. Eine Flex, mit der ein Schloss geknackt werden kann, habe er aber nicht gehört. Eher so ein Klappern.

Deshalb sei er auch nicht sofort aufgestanden, um nachzusehen, sagt Tölle. Das machte er dann einen Augenblick später. Als er auf seinem Balkon im dritten Stock stand, habe er gesehen, wie zwei Personen, vermutlich Männer, sein E-Bike, das zuvor an dem Schild angeschlossen war, über die Straße schoben, in die Richtung eines weißen Lieferwagens.

Schloss für E-Bike umfasste nur den Rahmen
Er habe „Hey“ gerufen, daraufhin hätten sich die Diebe total erschrocken. „Leg das Rad hin, verpiss Dich“, habe er noch gesagt. Einer der Täter habe daraufhin das E-Bike abgelegt. Als die beiden realisiert hätte, dass er auf dem Balkon steht, habe sich einer das Rad geschnappt und sei weggefahren. Der andere Täter stieg in den Lieferwagen, der vermutlich ein Kasseler Kennzeichen gehabt hat.

Die Diebe hatten sich etwas einfallen lassen. Sie hatten das runde Verkehrsschild abgeschraubt und dann das Rad an der Stange wohl hochgehoben. Da das Schloss nur den Rahmen des Rads umschloss, konnte der Täter ohne Probleme mit dem E-Bike wegfahren.

Daniel Tölle hat ein von der Versicherung vorgeschriebenes Stahlschloss für sein schwarzes E-Mountainbike (Cube Reaction Hybrid) benutzt. Da er das E-Bike geleast hat, ist die Vollkaskoversicherung in der monatlichen Rate inbegriffen. Der 22-Jährige geht davon aus, dass die Versicherung für den Schaden aufkommt. Dass das E-Bike noch mal auftaucht, damit rechnet er nicht.

Auch Versicherungen fürs E-Bike abgeschlossen
„Fast jeder, der ein hochwertiges E-Bike kauft, schließt mittlerweile auch eine Versicherung dafür ab“, sagt Maik Straube, der in „Mauers Baikschopp“ an der Leipziger Straße arbeitet. Schließlich müsse man für ein gute E-Bike mindestens 2000 bis 3000 Euro zahlen. Und nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Die E-Bikes machten in dem Laden mittlerweile 60 Prozent der verkauften Räder aus.

Straube rät dazu, solch teure Räder nicht draußen abzustellen. „Ein Profi knackt jedes Schloss“, sagt Straube. Er geht davon aus, dass viele der Diebe in „richtigen Clans mit einer Flex unterwegs“ sind.

Immer mehr Menschen legen sich ein E-Bike in Kassel zu, bestätigt auch Heino Geveke, Geschäftsführer des Fahrradhofs an der Wilhelmshöher Allee. Die Hälfte der bei ihm im Laden verkauften Räder seien mittlerweile E-Bikes. Geveke rät dazu, bei dem Abschluss einer Versicherung darauf zu achten, dass auch der Akku mitinbegriffen ist.

Dazu kann auch Radhändler Rudi Edelmann nur raten, der sogar 70 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von E-Bikes macht. Mehrere Kunden sei nämlich in jüngster Zeit der Akku aus ihren Rädern rausgebrochen worden. Mittlerweile gebe es aber schon neuere Modelle, bei denen der Akku im Rahmen eingebaut ist. Da hätten es Diebe schwerer.

Zudem rät Edelmann, einen Chip mit Ortungsfunktion ins Rad einbauen zu lassen. Das kostet knapp 100 Euro. Der Chip sei so untergebracht, dass ihn Laien nicht finden könnten. Natürlich sollte das Schloss auch gut sein. Edelmann beruft sich auf die Polizei, wenn er empfiehlt, dass das Schloss zehn Prozent vom Wert des Rads haben sollte. Er weiß aber auch, dass alle Schlösser sich irgendwie überwinden lassen. Manchmal sogar auch ohne Flex. Diese Erfahrung hat auch Daniel Tölle in der Nacht zum Montag gemacht.

Auch Politiker bleiben nicht von den Dieben verschont. Kassels Schuldezernentin Ulrike Gote verbreitete gestern zum Beispiel auf Twitter, dass ihr E-Bike gestohlen worden ist.

So kann man sein E-Bike schützen
Die Polizei gibt Tipps, um Räder vor Dieben zu schützen:
Fahrradschloss: 
„Billigschlösser“ sind häufig nutzlos. Vor allem Abschreckung schützt vor Fahrradklau. Dafür eignen sich insbesondere stabile Bügelschlösser und Panzerkabel. Für ein passendes Schloss sollten rund zehn Prozent des Fahrradpreises eingerechnet werden. Je teurer und leichter ein Rad ist, umso schwerer und teurer sollte auch ein adäquates Schloss sein. Entscheiden Sie sich bei Ketten, Bügeln und Schlössern in jedem Fall für „geprüfte Qualität“ und für hochwertiges Material wie durchgehärteten Spezialstahl und massive Schließsysteme.

Art der Sicherung:
Häufig werden Fahrräder mit zwar wirksamen Schlössern abgeschlossen, jedoch nicht angeschlossen. Das heißt, sie können mühelos weggetragen werden. Wählen Sie ein Fahrradschloss, das aus durchgehärtetem Spezialstahl hergestellt ist und mit einem massiven Schließsystem ausgerüstet ist. Schließen Sie den Rahmen und beide Räder an fest verankerte Gegenstände an.

Abstellort:
Stellen Sie ihr Fahrrad zudem in der Öffentlichkeit nur an belebten und gut einsehbaren Orten ab. Nutzen Sie nachts gut beleuchtete Orte. Lassen Sie Ihr Fahrrad unbeaufsichtigt nur so lange wie nötig an öffentlichen Plätzen stehen.


Herausgebrochen und gestohlen: Für das E-Bike muss Händler Rudi Edelmann einen neuen Akku bestellen. © Ulrike Pflüger-Scherb

Quelle: ©Bericht HNA-Online-Kassel v. 17.09.2019

 

 

 

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