Neues aus Elbenberg

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aus der “Kernstadt”

17.09.19 (aus der Kernstadt)

Abriss oder Sanieren ?

 

 

 

 

Start zwischen Schutt und Gerümpel
Gerettetes Abrisshaus in Naumburg: Sanierung nimmt Fahrt auf 


Aus dem Dornröschenschlaf geweckt: Das Haus Graf-Volkwin-Straße 5 in der Naumburger Altstadt stand Jahre leer, am Samstag startete mit der Entrümpelung das Sanierungsprojekt der Bürgergenossenschaft. © Reinhard Michl

Über 20 Mitglieder des Fördervereins Altstadt Naumburg und der für den Erhalt historischer Fachwerkhäuser gegründeten Bürgergenossenschaft Naumburg krempelten die Ärmel hoch.

Sie entrümpelten am Samstag das in der Naumburger Altstadt an der Graf-Volkwin-Straße liegende und unter Denkmalschutz stehende historische Fachwerkgebäude.

Erbaut wurde das imposante Haus vermutlich kurz nach dem großen Stadtbrand, der am 9. Juli 1684 die Stadt in Schutt und Asche legte. In der frühen Wiederaufbauphase wurde es auf den durch die Feuersbrunst unbehelligt gebliebenen Fundamenten und über einem großen Gewölbekeller des Vorgängerbaus wieder als Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Jens Bestmann, Vorsitzender der Bürgergenossenschaft: „Vermutlich als Wohnstatt für eine Handwerkerfamilie.“

Wäre es nach der Planung der Stadt Naumburg gegangen, wäre das seit mehreren Jahren unbewohnte Haus zusammen mit weiteren Altstadt-Gebäuden abgerissen worden. Dies war auch der Grund dafür, dass sich die Bürgergenossenschaft unter dem Motto „Naumburg erhalten und beleben“ gründete. Ihr Ziel: alte, denkmalgeschützte Häuser vor dem Totalverlust zu bewahren und damit das besondere architektonische Fachwerkensemble der Stadt an der kleinen Elbe zu erhalten.


Was zuerst? Michael und Angi Loskant vom Förderverein beim Eintüten des Gerümpels. 
© Reinhard Michl

Als erste Immobilie kaufte die Bürgergenossenschaft im vergangenen Monat von der Stadt das fast 335 Jahre alte Haus an der Graf-Volkwin-Straße, das äußerlich einen recht vernachlässigten und heruntergekommenen Eindruck macht. Die Substanz aber, versichern die Mitglieder der Bürgergenossenschaft, ist gar nicht schlecht, und vor allem: Die Hauseigentümer haben in den vergangenen Dekaden wenig am Haus selbst verändert, es ist baulich noch in einem sehr ursprünglichen, fast originalgetreuen Zustand, auch wenn das auf den ersten Blick nicht jeder gleich erkennen mag.

Denn im Inneren herrschte seit dem Leerstand Chaos pur wie auf einer großen Müll- und Bauschuttdeponie. In stundenlanger Handarbeit entrümpelten nun die ehrenamtlichen Helfer am Samstag Raum um Raum, trennten dabei fein säuberlich Metall, Elektroschrott, Möbel, Teppiche, Textilien, Hausrat und andere Gebrauchsgegenstände. Was noch zu gebrauchen ist, wird der Förderverein im Oktober auf einem Flohmarkt anbieten, die Einnahmen fließen in die Sanierung. Der Rest wird entsorgt.


Alles muss raus: Vorstand Jens Bestmann (oben) und Aufsichtsrat Dr. Rolf-Michael Lüking beim Räumen. © Reinhard Michl

Ziel der Bürgergenossenschaft ist es, das Gebäude von Grund auf durch Fachfirmen und in Eigenleistung in ein Schmuckstück mit Ferienwohneinheiten zu verwandeln. Jens Bestmann: „Dafür haben wir für Material und Fremdleistungen 200 000 Euro veranschlagt. Nicht mit eingerechnet sind die Eigenleistungsstunden unserer Mitglieder, die sich vermutlich noch einmal zu einem fünf-, vielleicht auch sechsstelligen Betrag summieren werden.“

In zwei Wochen, am 28. September, ist der nächste Einsatz in der Graf-Volkwin-Straße 5 geplant. Jeder, der mag, kann mitmachen.

Quelle: ©Bericht HNA v. 16.09.2019

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