Neues aus Elbenberg

was gibt es Neues, wer hat Informationen?

Hirten in Elben

01.01.19 (Elbenberger Geschichte)

Hirten in Elben

Früher gab es in Elben 4 Arten von Hirtenämtern:

  1. Kuhhirte
  2. Schweinehirte
  3. Gänsehirte
  4. Schafhhirte

Das Gemeindehirtenhaus stand auf dem Gartenland unterhalb Hildebrandt am Dicken Stein.Bis ca. 1900 waltete der Kuhhirte seines Amtes. Weidezeit war vom Mai bis zum Herbst. Weidestunden: morgens um 10 oder 11 Uhr blies der Kuhhirte auf seinem ca. 1 m langen Horn aus Weißblech. Die Leute ließen das Vieh aus den Ställen: geweidet wurde bis abends gegen 6 Uhr. Der Kuhhirte wohnte im Hause Käseberg, Wilhelm (Hintere Gasse). Der letzte Kuhhirte Elbens war Schaub Johannes (= Mins-Muh-ens = Muh-Hennes). Den Namen bekam der Kuhhirte wegen des Muhrufens der Kühe. Der Stier war auch mit auf der Weide. Der Besitzer der Kuh, die vom Stier gesprungen wurde, musste verständigt werden.

Weideland = Trift = Gemeindeland längs der Klaus (Lockacker) bis zu Zuschlags Land oberhalb der Ziegelei, den Ballenbach aufwärts bis zum Jagdhaus bei Michels Mühle = Hute für die Elbener Kühe; die Hardt von den Teichwiesen an der Allee bis zum Erzeberg = Hard-Trift. 1871 wurden die Huterechte abgelöst. Der heutige Interessentenwald umfasst mit einem großen Teil der Trift, der Grund und Boden gehört der Gemeinde, das Nutzungsrecht haben die Hufenbesitzer.

Der Hirte hatte keine besondere Kleidung. Er hatte aber einen Ringelstock aus Weidenholz bei sich.Dieser hatte Reisestocklänge, oben einen gewöhnlichen Griff, unten war er gespalten. Oberhalb des Gespaltenen waren 5 Ringe aufgezogen. Sowie der Hirte mit dem Stock eine Bewegung machte, rappelten die Ringe und das Vieh hörte darauf. Als Entlohnung erhielt er 1 – 2 Mützen Getreide.

Der Schweinehirte in Elben um 1880

Weideland wie bei den Kühen, auf der Gemeindeweide. Mit dem Horn wurde zum Austreiben geblasen. Schweinhirten waren die Ureltern Konrad Credes = Schweins oder Buchweh; Schweins = beim Schweinehirten.

Der Schweinehirte trug eine gestrickte Zipfelmütze, Schafwolle, mit einer dicken Quaste, die bis auf die Schultern reichte. Geweidet wurden alle Sorten von Schweinen, auch der Gemeindeeber.

Beim Bienenhäuschen(Altenstädter Weg) standen früher Eichen. Die Schweine wurden im Herbst dorthin auf die Eichelmast getrieben.

Als Entlohnung bekam der Hirte von jedem geschlachteten Schwein den „Schweinekrümmling“, der Darm vom Magen weg, ungefähr 50 cm lang, mit guter Wurst gefüllt. Diese Wurst heiß auch der „Hirtenstock“. Als Spottname wurde sie auch „Gewitterwurst“ genannt.

Das kam so: Ein gewisser Rudolf, genannt der „Sack“, war ein arger Geizhals und Hungerleider. Seine Frau hieß Jette. Dem alten Sack passte es nicht, dass er jedes Jahr den Hirtenkrümmling abgeben musste. Das ärgerte ihn ungemein. So oft ihm nun diese schöne Wurst in die Augen kam, packten ihn Geiz und Reue. Da wurde es ihm einmal untragbar und schrie seiner Frau Jette mit zorniger Stimme zu: „Jette, Mach, dass die Gewitterwurscht usm Husse kimmet!“ Seit der Zeit heißt diese Wurst in Elben „Gewitterwurst“.

Die Peitsche des Scheweinehirten war ein 40 – 50 cm langer Stock mit 3 – 4 m langen Riemen. Um 1885/87 wurde das Schweinehüten eingestellt; kein Hirte mehr?

Schafhirten in Elben um 1880

Der letzte Elbener Schäfer war Röhrigs, Karl aus Königshagen. Um 1920 ging in Elben die Schäferei ein, zu wenig Schafe, und wurde an Naumburg angeschlossen

Gänsehirten in Elben

Er wohnte im Hirtenhaus am Dicken Stein. Als Zeichen trug er an einem Stock ein rotes Tuch, ungefähr so groß wie ein Taschentuch. Wo er weidete. steckte er einen Stock in die Erde.

Weideplatz: Am Dicken Stein bei Wissemann hinaufzu. Im Herbst nach der Ernte ging es auf die Felder. Grasweide war auch am Gispel(Transformatorenhaus). Der letzte Gänsehirte wohnte im heutigen Borgolte-Haus. Als Entlohnung erhielt der Gänsehirte für eine alte Gans 1 Laib Brot und für die Gänslein je Stück 15 Pf. = 18 Heller.

zurück zu Schillers Geschichten

Kommentare sind geschlossen.