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DRK Helfer-vor-Ort Naumburg

02.07.20 (Allgemein, DRK, Infos vom www.elbenberg-Team)

 

Retter wieder am Start

 

 

 

 

Helfer vor Ort haben in Naumburg Corona-Pause beendet


Erhöhter Selbstschutz: Timo und Patricia Jassmann gehören zu den 21 Naumburger Helfern vor Ort. Die beiden Bereitschaftsleiter zeigen, in welcher Schutzmontur man sich künftig um die Patienten kümmert. Foto: Norbert Müller

„Wir wollten sehen, dass wir möglichst schnell wieder für unsere Nachbarn da sind“, sagt Timo Jassmann. Mit „wir“ meint der Bereitschaftsleiter und Vorsitzende des DRK Naumburg die 21 „Helfer vor Ort“ (HvO) des Roten Kreuzes, die in der Kernstadt und den Naumburger Stadtteilen als schnelle Eingreiftruppe bei medizinischen Notfällen von der Leitstelle mitalarmiert werden, innerhalb weniger Minuten am Einsatzort sind und qualifizierte Hilfe leisten, bis der öffentliche Rettungsdienst eintrifft. Ab heute, 1. Juli, sind die Helfer wieder im Einsatz, nachdem die Helfer-vor-Ort-Systeme seit der Corona-Pandemie ihren Dienst einstellen mussten.

„Nach neun Jahren Einsatz hier in Naumburg hat uns das echt wehgetan“, sagt Jassmann zur Zwangspause. Aber der Landesverband habe das dringend empfohlen, „wir wussten ja nicht, wie heftig die Pandemie bei uns wird“. Aber die Entscheidung sei vernünftig gewesen. „Unsere Helfer sind ja nicht so geschützt wie die Kollegen auf den Rettungswagen.“ Bislang war es so, dass man bei einer Alarmierung ohne Zeitverlust zum Patienten eilte, häufig in Privatkleidung. „Das  war zu heikel“, sagt Jassmann. „Da hätte man schnell was verschleppen können.“

Nachdem im Landkreis das Katastrophenszenario ausgeblieben sei, habe man sich im Kreisverband, wo ein Krisenstab gebildet worden war, Gedanken über das weitere Vorgehen gemacht. Nach den Vorgaben des DRK-Landesverbandes Hessen, der Desinfektoren der DRK-Rettungsdienst gGmbH und den allgemeinen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts wurde ein Hygienekonzept entwickelt, erklärt Timo Jassmann. Und dieses Konzept ist die Grundlage dafür, dass das System wieder hochgefahren wird: Seit heute in Naumburg und ab dem 1. September auch in Zierenberg, wo der DRK-Kreisverband Kassel-Wolfhagen ein zweites HvO-System unterhält.

„Unsere Helfer tragen ab sofort bei ihren Einsätzen Dienstkleidung, ergänzt um eine spezielle Ausrüstung wie FFP2–Mund-Nasen-Schutz, Schutzbrillen und Handschuhe“, beschreibt der Naumburger DRK-Vorsitzende die Änderungen. Im Falle einer Reanimation wird bei der künstlichen Beatmung ein Virenschutzfilter eingesetzt, damit vom Patienten, falls er an Covid-19 leidet, keine Viren beim Ausatmen in die Umgebungsluft abgegeben werden.

Zum neuen Konzept gehört auch, dass jeder Helfer Wechselkleidung in seinem Privatfahrzeug, mit dem er zum Einsatz fährt, dabei hat und dazu einen speziellen Wäschesack für Infektionswäsche. Falls sie mit einem Corona-Verdachtsfall in Berührung kommt, kann sich die Einsatzkraft umziehen, ehe sie sich in ihr Auto setzt. Die kontaminierte Einsatzkleidung wird dann sicher, wie die der Besatzungen der Rettungsfahrzeuge, auf der Wache gewaschen.

Sofern es möglich ist, sollen auch die Patienten während des Einsatzes einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Zum 1. Juli werde auch der Kriseninterventionsdienst des DRK-Kreisverbandes seine Arbeit wieder aufnehmen, sagt Timo Jassmann.

HINTERGRUND
Schnelle Einsatztruppe überbrückt die Zeit, bis der öffentliche Rettungsdienst kommt.
Das Helfer-vor-Ort-System Naumburg wird bei jedem Einsatz, an dem auch ein Notarzt beteiligt ist, parallel zum öffentlichen Rettungsdienst alarmiert. Helfer vor Ort überbrücken das sogenannte therapiefreie Intervall, also die Zeit vom Auftreten des Notfalls bis zum Eintreffen des öffentlichen Rettungsdienstes mit erweiterten, qualifizierten Erste-Hilfe-Maßnahmen, und zwar rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Ein Großteil der Helfer vor Ort sind ausgebildete Rettungsassistenten oder Rettungssanitäter. Jassman selbst ist Notfallsanitäter. In Naumburg und den Stadtteilen kommen sie laut Bereitschaftsleiter Timo Jassmann auf 80 bis 100 Einsätze pro Jahr. Häufige Einsatzgründe sind Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, Herz-Kreislauf-Stillstand, Atemnot, Herzinfarkt, Kindernotfälle, schwere Stürze und Blutungen. Inzwischen wohnen in allen Stadtteilen Helfer vor Ort, zum Einsatz eilen vorzugsweise diejenigen, die am nächsten dran sind. Jeder verfügt über eine eigene Notfalltasche. Entstehende Kosten werden vom DRK-Ortsverein aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen gedeckt. Patienten oder Krankenkassen müssen nichts zahlen.  nom

Quelle: ©HNA-Wolfhagen vom 01.07.2020

 

 

 

 

                                                       

 

 

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