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Udo Umbach geht nach 48 Jahren in den Ruhestand

06.07.20 (Elbenberger Bürger kurz vorgestellt)

 

Der fleißige Personalchef geht

Udo Umbach nach 48 Jahren beim Landkreis Kassel in den Ruhestand verabschiedet

Udo Umbach ist nicht der Mann großer Szenen. Es ist nicht sein Ding, im Rampenlicht zu stehen. Doch am letzten Arbeitstag und damit am Ende seiner Laufbahn
beim Landkreis Kassel, wo er 48 Dienstjahre verbrachte, davon 30 als Personalchef, ließen es sich seine Kollegen nicht nehmen, ihn noch einmal zu würdigen. 200 Mitarbeiter standen Spalier und sangen zum Abschied ein fröhliches Lied. „Das war sehr emotional. Da hatte ich erstmal keine Worte“, sagt der Elbenberger, der in seiner Karriere weit über 3000 Einstellungsgespräche führte und im Reden geübt ist.

“So verrückt wie ich muss kein anderer sein.”
Udo Umbach scheidender Personalchef beim Landkreis Kassel

Doch Ende Juni war für ihn Schluss. Hinter ihm liegen arbeitsintensive Jahre, in denen er die Verantwortung für mehr als 1400 Beschäftigte in der Verwaltung und an den
Schulen des Landkreises hatte. Statt acht Stunden war er täglich zwölf im Büro. Die Sonntage, an denen er oft – zum Leidwesen seiner Familie – ebenfalls für die  Landkreisverwaltung arbeitete, kommen da noch obendrauf.
Dem frischgebackenen Ruheständler ist bewusst, dass sein Arbeitspensum nicht normal war. Fast entschuldigend sagt er, dass er nachts auch nie mehr als fünf Stunden Schlaf benötigt habe. „So verrückt wie ich muss kein anderer sein“, sagt der 64-Jährige und betont, dass er diesen hohen Einsatz nie von seinen Mitarbeiter erwartet
habe. Ihm sei immer wichtig gewesen, den Beschäftigten mit einer wertschätzenden Haltung zu begegnen. Dafür müsse man sich Zeit nehmen, das gehe nicht nebenher. So werden die Arbeitstage schnell auch mal länger.

Neben seiner Aufgabe als Personalchef war Udo Umbach in leitender Funktion zuständig für den inneren Dienstbetrieb, die Organisation und die Datenverarbeitung der Verwaltung sowie für die Aus- und Weiterbildung. Nach der Gründung der landkreiseigenen Arbeitsförderungsgesellschaft AGiL (1995), in der heute mehr als 200 Menschen tätig sind, führte er in den ersten neun Jahren deren Geschäfte. 2007
sanierte und erweiterte der Landkreis sein Kreishaus über eine öffentlich-private Partnerschaft. Die interne Regie lag bei Umbach. Als Vertreter der Verwaltung war er
an Ämterfusionen mit der Stadt Kassel wesentlich beteiligt. Es begann mit der Kraftfahrzeugzulassungsstelle (2003), dann folgten Ausländerbehörde, Volkshochschule und Gesundheitsamt. Als der Landkreis Kassel gemeinsam mit der Agentur für Arbeit das Jobcenter aufbaute, war der Elbenberger Mitglied der Trägerversammlung, die
das Jobcenter personell und organisatorisch steuert.

Vor ein paar Tagen hat er das Kapitel zugeschlagen. Vor ihm liegt ein neuer Lebensabschnitt, einer ohne  Verantwortung für das Personal und ohne Verpflichtung einem Arbeitgeber gegenüber, dafür „mit einem hohen Maß an Freiheit“, wie er sagt. „Mein Job war erfüllend, aber auch anstrengend. Insofern freue ich mich auf meinen Ruhestand.“

Freunde und Kollegen konnten sich zuletzt an den Gedanken des Spurwechsels noch nicht richtig gewöhnen. „Umbach, im Ruhestand – das geht gar nicht.“ Diese und ähnliche Sätze hörte der Elbenberger, der sich als Sozialdemokrat seit 40 Jahren in Naumburgs Kommunalpolitik engagiert, in den vergangenen Tagen mehrfach. „Ich
sehe mich durchaus in der Lage, den Hebel umzulegen.“

In den nächsten Wochen will er damit anfangen. „Dann werde ich einen Plan machen“, sagt der 64-Jährige und lacht. Eine seiner ersten Handlungen wird sein, auf einer seiner Streuobstwiesen einen geeigneten Platz für den Apfelbaum zu finden, den ihm seine Kollegen zum Abschied geschenkt haben.
Überhaupt, so Umbach, bräuchten die Wiesen eine pflegende Hand. Für seine Frau Barbara und die Familie wird er mehr Zeit haben. Und mit den Freunden will er häufiger zu den beliebten Wanderungen aufbrechen.

Bild und Text: von Antje Thon (HNA) am 04.07.2020 

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