Neues aus Elbenberg

was gibt es Neues, wer hat Informationen?

für “Sie” eingestellt

13.08.20 (für Sie eingstellt, Infos vom www.elbenberg-Team)

Kreisklinik Wolfhagen

Eröffnungsfeier mit 150 Gästen

 

 

 

Unter Corona-Regeln eröffnet: Klinik in Wolfhagen ist wieder in Betrieb

Die Klinik in Wolfhagen war in den letzten Wochen und Monaten, vor allem im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, immer wieder ein scharf diskutiertes Gesprächsthema. Nun ist sie wieder in Betrieb.

Fünf Monate nach Schließung ist die Wolfhager Klinik wieder am Start: Landrat Uwe Schmidt, Mitarbeiterin des Krankenhauses, Erika Steinacker und Dr. Uwe Hecht, medizinischer Direktor beider Häuser in Wolfhagen und Hofgeismar (rechts), eröffneten das Haus am Samstag symbolisch. © Bea Ricken

Das Krankenhaus in Wolfhagen hat am Samstag (01.08.2020) seinen Betrieb wieder aufgenommen – fünf Monate nach der mit Brandschutzmängeln begründeten Schließung durch die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH). Noch bevor am Morgen die kleine Eröffnungsfeier startete, hatten schon die ersten drei Patienten ihre Zimmer bezogen.

Die Feierstunde war vom Förderverein der Klinik im Schatten der Corona-Pandemie bewusst im kleinen Rahmen geplant worden – als stille Jubelfeier. Dennoch pilgerten rund 150 Wolfhager zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Auto auf den Ofenberg. Mit Masken und Abstand summten sie das von Fördervereinsmitglied Wolfgang Hanske vorgetragene ehemalige Protestlied mit, das er für diesen Tag zum Freudenlied umgedichtet hatte. Landrat Uwe Schmidt betonte in seiner Rede, dass diese Neueröffnung ein Gemeinschaftswerk sei. Förderverein, Parteien und die Bevölkerung hätten sich hinter die Klinik gestellt.

Klinik in Wolfhagen wieder in Betrieb: „Gesundheit ist keine Ware“
16.500 Unterschriften sammelte der Förderverein für den Erhalt der Klinik. „Es ist jetzt eine große finanzielle Last, die auf uns ruht“, sagte der Landrat. Aber Gesundheit koste nun mal Geld und nun müsse man daran arbeiten, von dem Defizit herunterzukommen und in eine sichere Zukunft zu starten. Dafür, so machte er deutlich, sei auch Unterstützung von Bund und Land nötig. Denn „Gesundheit ist keine Ware.“ Es müsse ein Umdenken geben, damit der ländliche Raum nicht aussterbe.

Der neue medizinische Direktor der Kliniken Wolfhagen und Hofgeismar, Dr. Uwe Hecht, zeigte sich erleichtert darüber, dass aus dem Frust und der Resignation der Menschen nach Schließung der Klinik im Februar kein Wutbürgertum erwachsen sei. Er lobte die Mitarbeiter, die trotz unsicherer Perspektive der vergangenen Monate Mut bewiesen hätten und der Klinik treu geblieben seien.

Das Klinikteam stehe nun für die Bürger bereit, sagte der neue Betriebsleiter der Kreiskliniken Kassel GmbH, Silvan Uick. Man könne ja schlecht Werbung als Klinik machen. Aber er hoffe, dass sich nun viele Patienten für die Behandlung in Wolfhagen entscheiden würden. Gemeinsam entfernten Fördervereinsmitglied Heiko Weiershäuser und der Landrat das Schild der GNH am Eingang des Gebäudes. Bevor ein neues angebracht wird, hängt dort ein Banner des Fördervereins als Dankeschön an die Bevölkerung und alle Unterstützer. (Bea Ricken)

Hochbetrieb in der Klinik
Nach dem Neustart ist die Hälfte der Betten schon belegt

Kurz nach der Wiedereröffnung der Wolfhager Klinik herrscht bereits Hochbetrieb am Ofenberg. 22 Patienten sind aktuell stationär aufgenommen. „Damit sind schon mehr als die Hälfte der vorhandenen Betten belegt“, freut sich Kreissprecher Harald Kühlborn. Denn aktuell liegt die Kapazität bei 40 Betten. Später soll die Zahl langsam gesteigert werden. „Im Oktober planen wir mit 60 Betten, und Anfang des kommenden Jahres wollen wir wieder den alten Stand vor der Schließung im Februar mit 84 Betten erreichen“, so Kühlborn. Für die Startphase wurden auch die beiden Stationen Innere und Chirurgie vorübergehend zusammengelegt. Später sollen die Bereiche wieder getrennt sein.

Sie ist „millionenfach dankbar“, dass sie wieder im Wolfhager Krankenhaus behandelt werden kann, sagt Patientin Melanie Schmidt. Hier mit Arzt André Raum. Sie ist eine der ersten Patienten nach dem Klinik-Neustart. Foto: Bea Ricken

Derzeit fehlt noch Personal, obwohl gut 90 Prozent der alten Mitarbeiter wieder nach Wolfhagen zurückgekehrt sind. Der Kreis führt derzeit einige Gespräche mit potenziellen Bewerbern.

Auch bei der ärztlichen Versorgung wird es neue Gesichter geben. „Wir wollen künftig neue medizinische Angebot im Bereich der Inneren und der Chirurgie anbieten“, erklärt der Kreissprecher. Ein medizinisches Konzept sei in Arbeit.

Eine wichtige Rolle sollen dabei auch die Belegärzte spielen. Einige haben bereits in dieser Woche ihre Operationen in der Klinik wieder aufgenommen.

Im OP-Bereich standen gestern bereits sieben Operationen an.

Den Menschen in der Region fehlt die schon vor Jahren geschlossene Geburtshilfestation. Es werden immer wieder die langen Anfahrtswege für die Schwangeren zu anderen Kliniken kritisiert. Was das betrifft, werde sich vorerst im Wolfhager Krankenhaus nichts tun. Der Kreis schließt allerdings nicht aus, dass in den kommenden Jahren wieder ein Kreißsaal in Wolfhagen öffnen könnte. „Das hängt davon ab, wie sich die Gesamtversorgung im Landkreis entwickelt“, erklärt Kühlborn.

Problem einer Geburtshilfe seien die hohen Kosten für die Betriebsversicherung. Da müsse es schon eine hohe Anzahl an Geburten geben. Außerdem gebe es in Wolfhagen derzeit keine Ärzte, die die Geburten im Krankenhaus begleiten würden.

Quelle: © HNA Wolfhager Allgemeine vom 3. & 5. August 2020.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.