Neues aus Elbenberg

was gibt es Neues, wer hat Informationen?

Galerie Niebert, Elbenberg

11.10.21 (Allgemein, Elbenberger Bürger kurz vorgestellt, für Sie eingstellt)

Abschied von der Malerei

Künstler Burkhard Niebert verabschiedet sich von der Malerei

Er hat den Pinsel aus der Hand gelegt, Burkhard Niebert, der erfolgreiche Kunstmaler aus dem Naumburger Stadtteil Elbenberg, beendet wenige Monate vor seinem 80. Geburtstag seine künstlerische Laufbahn.

 

 

Unfertige Werke bleiben unvollendet, sagt er. Am kommenden Sonntag lädt Niebert ein letztes Mal in seine Galerie am Türmchen in Elbenberg ein. Für unser Foto setzte er sich noch mal in seinem Atelier an die Staffelei.

„Es wird mir etwas fehlen“
Der Elbenberger Kunstmaler Burkhard Niebert beendet seine Laufbahn

Abschied in der Galerie: Bilder, wie die Darstellung der Mühle unterhalb des Wolfhager Chattenturms (links), haben Burkhard Niebert bekannt gemacht. Während seiner letzten Ausstellung am kommenden Wochenende wird er noch mal die Vielfalt seiner Arbeit präsentieren.

Jahrzehntelang war das Atelier Burkhard Nieberts bevorzugter Platz, ohne die Welt draußen zu vernachlässigen, wo er das Spiel von Licht und Schatten studierte, dessen gekonnter Einsatz seinen Gemälden Leben einhaucht. Wenige Monate vor seinem 80. Geburtstag hat der Elbenberger Künstler nun die Pinsel zur Seite gelegt und mit dem Malen aufgehört. Am kommenden Wochenende wird er zum letzten Mal seine Galerie am Türmchen öffnen, seine noch unverkauften Werke zum halben Preis anbieten.

„Es wird mir etwas fehlen“, sagt Niebert zu seiner Entscheidung, sich von seiner großen Leidenschaft, der Malerei, zu verabschieden. Aber Wehmut wolle er nicht aufkommen lassen, „das muss ich in Anbetracht meiner Situation unterdrücken“. Wegen Krankheitsfällen in seinem direkten familiären Umfeld müsse er andere Prioritäten setzen. „Mir fehlt die Zeit zum Malen und auch die Muße.“ Wie konsequent seine Entscheidung ist, zeigt ein Blick in sein Atelier. Dort steht alles noch so, als sollte es gleich weitergehen. Aber selbst bereits begonnene Bilder, wie jenes, das noch auf der Staffelei steht, werde er nicht vollenden, erklärt er.

Damit endet eine überaus erfolgreiche künstlerische Laufbahn, die sich bei Burkhard Niebert schon in jungen Jahren abzeichnete. Der junge Niebert, in Masuren geboren und mit der Familie gegen Ende des Zweiten Weltkrieges nach Elbenberg geflüchtet, fiel schon in der Schule durch sein außergewöhnliches Zeichentalent auf. Nach dem Realschulabschluss macht er aber erst mal ganz bodenständig eine Lehre in einem Malerbetrieb, dann folgt die Einberufung zur Bundeswehr. Zwölf Jahre bleibt er dort, und auch danach will der Vater von drei Söhnen den Sprung in eine Existenz als Kunstmaler noch nicht wagen. Er lässt sich umschulen im Bereich Datenverarbeitung.

Neben seiner Berufstätigkeit wird die Malerei nie vernachlässigt. Als Autodidakt studiert er unterschiedliche Maltechniken, die klassische Malerei, Arbeitsweise und Werke der alten Meister, deren Kunst er sich besonders verbunden fühlt: Die klaren, verständlichen Bilder, die traditionelle, gegenständliche Kunstmalerei mit ihrer großen Themenvielfalt sind seine Welt. Längst sind auch große Galerien und der Kunsthandel, den er dann mit Gemälden und Motiven, die auf hochwertigem Porzellan erscheinen, beliefert, auf ihn aufmerksam geworden. Bald ist er als Maler so gefragt, dass er den Sprung wagt: Ab 1990 arbeitet Niebert als freischaffender Kunstmaler.

„Man konnte ganz gut von der Kunst leben“, sagt Burkhard Niebert, „vom Verkauf der Bilder und den Nutzungsrechten“ seiner großen Vertragspartner. In der Region sind Nieberts detailreichen Bilder, die Motive aus Städten und Dörfern zeigen, besonders angesagt. Längst vergangene Ansichten sind dabei, die er dank alter Fotografien oder auch nur vergilbter Skizzen zurück in die Gegenwart bringt. Bei Besuchen vor Ort holt er sich Inspirationen zur Gestaltung mit Licht und Schatten und zur Wolkenbildung. Am Ende steht ein Ölgemälde von besonderer Strahlkraft und Plastizität. „Wenn ich aufs Bild sehe, dann muss es leben, und es muss Tiefe haben“, beschreibt der Elbenberger seinen Anspruch, den seine Bilder zweifellos erfüllen. Zu seinem Erfolgsrezept gehörte während seiner Schaffenszeit auch die Nähe zum Werk während der Arbeit: „Während des Malens geht man darin auf, man ist in der Szene drin.“

!! Weit über 1500 Bilder, schätzt Niebert, habe er wohl gemalt. Gut 100, darunter auch Werke, die ihn zu einem der angesagten Wildmaler des Landes gemacht haben, wird er zum Abschluss seiner Laufbahn am Samstag, 16., und Sonntag, 17. Oktober, jeweils in der Zeit von 14 bis 17 Uhr zeigen und zum Schnäppchenpreis anbieten.

©HNA vom 11. Oktober 2021,
©nom Fotos: Norbert Müller

 

Kommentare sind geschlossen.